Doppelsicherung

    Sehr geehrte Mitglieder von Tierschutzvereinen, geschätzte „Vorkontrolleure“, liebe zukünftige Hundebesitzer,

    wir sind unter anderem in einer Arbeitsgruppe tätig, die gemeinsam ehrenamtlich dabei hilft, entlaufene Hunde in ganz Deutschland zu sichern und die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Tierschutzvereine (viele machen diesbezüglich bereits gute Arbeit) und zukünftige Adoptanten von Hunden über die am Anfang dringend notwendigen Sicherungsmaßnahmen zu informieren.

    Wir sind sehr traurig und schockiert darüber, wie viele Hunde täglich in Deutschland entlaufen und wollen Ihnen helfen, damit Ihnen und Ihrem Hund dieses tragische, oft auch fatale Schicksal und manchmal ein monatelanges Bangen erspart bleibt.

    Einen Hund in seine Familie aufzunehmen, ist eine ganz wunderbare Erfahrung, denn es gibt kaum ein Tier, das so eine tiefe, freundschaftliche Beziehung zum Menschen eingeht, wie der Hund.

    Damit dieses schöne Projekt für alle Beteiligten gut gelingen kann, hier ein wichtiger Leitfaden für mindestens die ersten 6 Monate.

    Kurze Hintergrundinformation: Oft kommen Hunde, die über Tierschutzvereine vermittelt werden, aus schwierigen Verhältnissen, sind ehemalige Straßenhunde und/oder haben in ihrem bisherigen Leben wenig Positives durch Menschen erlebt und haben deshalb zunächst einmal große Angst vor fast allem – manchmal auch vor völlig unkallkulierbaren Dingen.

    Viele haben eine lange, anstrengende Reise hinter sich, sind aufgeregt und haben noch keinerlei Bindung zum Menschen.

    Manche sind vielleicht sogar richtige Angsthunde, weil sie schlimme Erfahrungen machen mussten. Dies alles führt oft zu einem sehr stark ausgeprägten Fluchtreflex.

    Deshalb sind folgende Dinge UNBEDINGT zu beachten!

    1.) Bitte benutzen Sie SOFORT BEI DER ÜBERGABE Ihres neuen Hundes ausschließlich ein geeignetes SICHERHEITSGESCHIRR! Gehen Sie bitte KEIN RISIKO ein, sondern legen Sie dieses Geschirr sofort in einem GESCHLOSSENEN RAUM an (z.B. im geschlossenen LKW, im geschlossenen Auto oder in einem anderen geschlossenen Raum) und gehen Sie erst, wenn es 100% sicher sitzt, mit dem Hund angeleint nach draußen.

    Oder besorgen Sie sich eine sichere und verschließbare Transportbox und sichern den Hund damit noch im LKW, Tierheim oder in einem anderen geschlossenen Raum und tragen Sie ihn darin in Ihr Auto und von dort in der Box in Ihre Wohnung/Haus.

    Zuhause angekommen, sollten Sie ihm aber dann spätestens, wie oben beschrieben, ein Sicherheitsgeschirr anlegen (wieder im geschlossenen Raum)!

    Der Hund kann dieses Geschirr anfangs Tag-und Nacht tragen. Das vereinfacht die Handhabung für Sie und den Hund.

    Wichtig: Sicherheitsgeschirre sind keine handelsüblichen, gewöhnlichen Geschirre, sondern ausbruchssichere Spezialgeschirre mit doppeltem Bauchgurt.

    2.) Benutzen Sie zusätzlich zu diesem Geschirr ein Halsband und verwenden Sie mindestens in den ersten 6 Monaten am besten 2 Leinen. Eine wird mit dem Geschirr – die andere mit dem Halsband verbunden.

    Die Geschirrleine können Sie sich zur noch besseren Sicherheit um den Bauch binden und die Halsbandleine in der Hand halten.

    3.) Gehen Sie am besten die ersten 6 Monate ausschließlich so spazieren und lassen Sie Ihren neuen vierbeinigen Freund bitte mindestens so lange auch nicht von der Leine, es sei denn, Sie sind sich 100% sicher, dass Ihr Hund eine tiefe, enge Bindung zu Ihnen aufgebaut hat und keinerlei Angstverhalten mehr an den Tag legt. Um diesbezüglich sichergehen zu können, sollten zunächst in geschlossenen Arealen Übungsphasen stattgefunden haben und der Hund bewiesen haben, dass er alle Grundkommandos 100% zuverlässig ausführt. Dazu suchen Sie am besten, nach einer gewissen Eingewöhnungsphase, eine gute Hundeschule mit eingezäuntem Übungsgelände auf!

    4.) Bitte achten Sie immer darauf, dass Ihr Hund auch sonst keinerlei Möglichkeit zur Flucht hat (z.B. durch offene Autotüren, Haus-oder Hoftüren, Fenster, Balkon-Terrassentüren, Gartentörchen, über Zäune usw.)! Unterschätzen Sie Ihren Hund NIE! Er kann ggf. meterhohe Hindernisse überwinden!

    5.) Wenn Sie die finanziellen Möglichkeiten haben, Ihrem Hund von Anfang an, einen GPS-Tracker an sein Geschirr zu machen, sind Sie auch für den Fall aller Fälle in der Lage, Ihren Hund wiederzufinden (Siehe dazu auch: http://gpstracker-test.de/gps-fuer-hunde/)

    Wenn Sie diese 5 Punkte beachten, wird Ihnen Ihr Hund nicht verlorengehen und Sie werden sicherlich große Freude mit Ihrer Fellnase haben!

    Wir wünschen Ihnen von Herzen alles Gute!

    Ihre „AG – Hundesicherung“ in Kooperation mit „Hund entlaufen Baden-Württemberg“