Lilly

21.07.2020

Lilly entlief am 18.07.2020 in der Merklinger Str. in Sindelfingen, weil ausnahmsweise das Gartentörchen nicht verschlossen war und Lilly seelisch noch nicht in ihrem neuen Zuhause angekommen war.

Ihr völlig verzweifelter Besitzer rief uns sofort an und bat um Hilfe.

Wir berieten ihn zunächst, setzten eine Suchmeldung auf, machten Flyer und brachten dann Kameras und unsere Falle nach Sindelfingen (Tausend Dank an Uli), weil die große Hoffnung bestand, dass Lilly wieder nach Hause kommen könnte, da sie mehrfach auf dem Weg dorthin und vor dem Haus gesichtet wurde.

Wir bestückten die Falle also sofort mit warmem Brathühnchen, Chicken Nuggets, Leberwurst, Thunfisch usw…

Voller Hoffnung zogen wir uns dann zurück und harrten der Dinge, die da kommen sollten.

Leider machten wir aber die Rechnung ohne Lilly. Ihr war das Wohngebiet wohl zu unruhig und sie zeigte sich nur noch an anderen Punkten.

Es half alles nichts. Wir machten uns wieder auf den Weg nach Sindelfingen und setzten neu an und zwar an einem Knotenpunkt, d.h. an einer Kreuzung, wo sämtliche Sichtungen zusammenliefen und wo sie deshalb einfach vorbeikommen musste.

Wir zogen dann mit Leberwurst-Fleischbrühe Spuren aus sämtlichen Himmelsrichtungen hin zu der Futterstelle, sodass sie – egal aus welcher Richtung sie kommen sollte, auf die Spur gehen musste.

Am nächsten Tag meldete Lillys Besitzer nach Auswertung der Cam den Erfolg!

Lilly hatte an ihrer neuen Futterstelle angebissen!

Also fuhren wir wieder nach Sindelfingen und stellten die Falle von Lillys Zuhause an ihre neue Futterstelle.

Als wir gerade dabei waren, dies zu tun – ein Anruf von der Polizei – Lilly rannte mitten auf der Willy-Brandt-Allee (einer riesigen, stark befahrenen Hauptstraße) Richtung einer Unterführung, ohne Randstreifen. Uns allen rutschte das Herz in die Hosentasche…

Aber es half alles nichts.

Wir stellten in Ruhe die Falle scharf, bestückten sie mit den üblichen Leckereien, schalteten die Livecam und den Fallenmelder an und gingen mit einem etwas mulmigen Gefühl aus dem Gebiet.

Wir fuhren zur Sicherheit auf dem Heimweg die Willy-Brandt-Allee einmal ab, um zu schauen, ob etwas Schlimmes passiert sein könnte. Augenscheinlich war dies nicht der Fall und auch der Polizei wurde keine Kollision gemeldet.

Jetzt hieß es abwarten!

Leider machte Lilly es wieder spannend: Sie kam nämlich in der kommenden Nacht nicht wieder wie in der Nacht zuvor mehrfach an die Futterstelle, sondern blieb komplett weg.

Die Nerven lagen komplett blank!

Was war passiert? Ist der Polizei vielleicht doch ein Unfall entgangen? Warum ließ sich Lilly nicht mehr blicken und vor allem: Warum kam sie nicht mehr zu der bereits angenommenen, leckeren Futterstelle?

Dann hörten wir am 21.07.2020 um 16:25 Uhr plötzlich das erleichternde „Bing“ der ICU-Server-App (Livecam) und tatsächlich stand die kleine Lilly vor der Falle.

Das übliche Vor-zurück, einmal außenherum und wieder zurück…

Wir bissen bereits auf unsere Finger vor Spannung und waren mit einem Bein bereits im Auto, als Lilly plötzlich wieder verschwand und erstmal wieder weg war.

Ihr Besitzer stand kurz vor einem Nervenzusammenbruch!

Wir beruhigten ihn, denn dieses Verhalten ist nicht unüblich bei entlaufenen Hunden. Sie müssen sich erst mit Veränderungen vertraut machen und prüfen, ob „das Ding“ sie nicht anfällt…

Leider passierte dann stundenlang wieder rein gar nichts mehr!

Ab 22:38 Uhr kamen dann aber endlich wieder Bilder von ihr vor und um die Falle!

Was eine Erleichterung!

Allerdings veranstaltete sie auch jetzt wieder eine Zitterpartie: Vor-zurück-wieder weg! Hin-und her, rum-und num… und dann plötzlich wie von der Tarantel gestochen ungespitzt rein in die Falle! Und bummmm!

Falle zu – Hund drin!

Um 22:50 Uhr hatte das Drama endlich ein Ende!

Lilly wurde in der Falle in die Garage ihrer Besitzer transportiert und dort sicher hinter verschlossenen Türen aus der Falle geholt und erfreut sich jetzt eines wundervollen Zuhauses!

Wir glauben, dass Lillys Besitzer das auch keinen weiteren Tag mehr hätten mitmachen können – ohne Schlaf, Essen und Trinken…

Sie waren nur noch ein Schatten ihrer Selbst!
Aber sie haben alles, was wir besprochen haben stets perfekt umgesetzt und so zu einem relativ schnellen Ende erheblich beigetragen!

Ein großes Lob hierfür!

Tausend Dank an alle, die Lillys Suchmeldung geteilt und Flyer aufgehängt und mitgefiebert haben!

Ein riesiges Extradankeschön an meinen Kumpel Olli und seinen Kumpel (ebenfalls Olli) und an Uli für die Hilfe und die starken Männerarme! Ohne euch wäre das alles nicht gegangen!

Lieben Dank auch an Alex (Matos Besitzer) für den Rücktransport der Falle und für die Organisation eines Transporters hierfür!

Ende gut-alles gut!

Euer HEBW-Team