Was tun?

    Was tun, wenn ein Hund entlaufen ist?

    1.) Auch wenn es schwerfällt, Ruhe bewahren und möglichst lange am Entlaufort bleiben. Viele (nicht alle (!!)) Hunde kehren früher oder später dorthin zurück.Wenn Sie diesen Ort verlassen müssen, dann hinterlassen Sie dort am besten ein nach Ihnen riechendes Kleidungsstück sowie Futter und Wasser und kontrollieren Sie diese Futterstelle die nächsten Tage 1x täglich. Sollte sich der Hund in der Gegend, in der er entlaufen ist, auskennen bzw. von Zuhause entlaufen sein, ist es auch möglich, dass er selbstständig den Nachhauseweg findet. Lassen Sie in diesem Fall die Haustüre/Gartentüre geöffnet und stellen Sie entweder im Garten oder im Haus Futter bereit.

    Sollte der Entlaufort nicht sehr weit vom Zuhause des Hundes weg liegen, können Sie Ihrem Hund mit Duftspuren aus Leberwurstwasser helfen, den Weg nach Hause besser zu finden. Nehmen Sie dazu leere 1,5 L Flaschen, drücken sie eine ganze Leberwurst hinein, füllen Sie die Flasche zur Hälfte mit warmem Wasser auf, schütteln Sie die Mischung so lange, bis sich die Leberwurst komplett aufgelöst hat und füllen Sie sie dann bis zum Rand mit warmem Wasser auf. Damit können Sie ggf. eine Spur nach Hause tröpfeln.

    2.) Sollte der Hund eine tiefe und feste Bindung zu einer Person haben, kann es dieser ggf. gelingen den Hund auch noch nach mehreren Tagen wieder zu sich zu locken. Versuchen Sie sich in diesem Fall ruhig (!!) und „normal“ zu verhalten (laufen Sie normal, sprechen Sie normal und laufen Sie eher von dem Hund weg, als auf ihn zu und lassen Sie – falls zur Hand – immer wieder etwas Leckeres fallen…). Jagen oder hetzen Sie den Hund unter gar keinen Umständen. Das endet sehr häufig tragisch!

    3.) Fremde Personen sollten solche Anlockversuche besser nicht unternehmen, vor allem dann nicht, wenn Sie beim ersten Versuch merken sollten, dass der Hund Angst hat. Machen Sie dann einfach rasch ein Foto, verständigen Sie – nach Möglichkeit – die Besitzer und bleiben Sie nur mit den Augen an dem Hund dran… Sollten Sie die Kontaktdaten des Besitzers (durch aufgehängte Flyer, Zeitungsanzeige…) nicht zur Verfügung haben, so melden Sie Ihre Sichtung bitte bei der zuständigen Polizeistation und bei den Tierheimen der näheren Umgebung.

    4.) BITTE KEINE SUCHTRUPPS UND KEINE SUCHHUNDE organisieren, wenn der Hund weder verletzt noch alt (sehr langsam) noch mit Leine entlaufen ist und droht, sich bereits verfangen zu haben. Auch kann ein Suchhund dann Sinn machen, wenn es über Tage hinweg- trotz großräumigem Plakatierens – KEINE Sichtung mehr gab. Nach einem gesunden, mobilen Hund sollte nur in absoluten Ausnahmefällen getrailt werden.

    Die Sinnhaftigkeit eines Suchhundeinsätzes bei Ihrem Hund können z.B. mit Frank Weißkirchen besprechen. (Telefonnummer weiter unten)

    5.) Bitte melden Sie Ihren Hund möglichst bald hier auf FB bei folgenden Seiten vermisst, denn im Idealfall sehen die Suchmeldung an die 60.000-70.000 Menschen im ganzen Bundesgebiet auf einmal:

    „Hunde-Suchmeldungen“

    Und:

    „Vermisste Hunde/gefundene Hunde“

    6.) Alle Tierheime, Tasso und Jäger (im Umkreis von ca. 20 Km) und die Polizeireviere, mit Bundespolizei (zuständig für Bahnunfälle) und ggf. Autobahnpolizei im selben Umkreis informieren. WICHTIG: Immer wieder abtelefonieren und fragen, ob es Meldungen gab bzw. der Hund bereits gesehen bzw. gesichert wurde…(Kontaktdaten ganz unten )

    7.) Flyer herstellen mit Farbfoto des Hundes, kurzer Beschreibung (Farbe, Halsband, Geschirr…). Am besten mit Abrisszetteln mit einer 24 Std. erreichbaren Nr. für Sichtungen.

    !!! Wichtig !!!

    Bitte auch auf dem Flyer darauf hinweisen, dass die Sichter NUR ANRUFEN SOLLEN und keine eigenmächtigen Einfangversuche machen sollen!! Jeder missglückte Einfangversuch durch Fremde kann tragische Folgen haben. Diese Flyer sollten sehr zügig möglichst großräumig an allen „Hotspots“ (Hundetoiletten, Waldeingängen, Spazierwege, Bäcker, Post, Metzger, Supermärkten, Kirche, beliebte Kneipen, Marktplatz…) aufgehängt werden, damit Sichtungen kommen… Eine weitere, sehr gute Möglichkeit, viele Menschen zu erreichen, ist das Aufgeben einer Zeitungsanzeige. Dort reicht eun Bild des Hundes mit der Überschrift „Entlaufen“ und ein Einzeiler: Wer hat mich gesehen? Und Ihre Handynummer.

    8.) Wenn Sichtungen eingehen, ist es sehr wichtig, diese auf einer Sichtungskarte einzutragen mit: Datum, Uhrzeit, Ort, Laufrichtung, Zustand des Hundes… Bitte auch immer die Rufnr. des Sichters dazuschreiben, damit ggf. nochmals angerufen werden kann.

    Am besten halten Sie dafür immer ein Blatt Papier und einen Stift bereit und schreiben sich obige Informationen sofort auf und tragen sie dann in einem zweiten Schritt in eine Sichtungskarte ein. Diese können Sie z.B. über Google Maps kostenlos online anlegen.

    9.) Solange noch kein Laufprofil des Hundes erkennbar ist, sollten an jedem Sichtungsort möglichst an sicheren Stellen Futterstellen eingerichtet werden. In der Hoffnung, dass der Hund zurückkehrt und das Futter findet. Diese Futterstellen müssen täglich kontrolliert und neu befüllt werden. Sollte eine Futterstelle offensichtlich mehrmals leer gefressen worden sein, sollte mit einer Wildbeobachtungskamera (leihbar über uns) überprüft werden, ob die FS tatsächlich von Ihrem Hund oder von einem anderen Tier aufgesucht wurde. Sollten Ihnen keine Kameras zur Verfügung stehen, können Sie auch zunächst einmal ca. 2 cm dick Sand um die FS herum streuen und damit ggf. die Pfotenabdrücke kontrollieren.

    10.) Sobald Ihr Hund 2-3 Tage hintereinander auf der Kamera zu sehen war, sollten alle anderen Futterstellen abgebaut werden und Sie sollten beim Tierheim oder bei der Tierrettung eine Lebendfalle organisieren (z.B. über das Tierheim LB, RT, TÜ… oder die Tierrettung Mittlerer Neckar (inklusive Sicherungseinsatz).

    Diese Falle wird dann an die Futterstelle gestellt und die Futterstelle in die Lebendfalle hineinverlegt.

    Bitte besorgen Sie sich sowohl für das Einrichten der Futterstellen (mit oder ohne Cam) als auch für das Aufstellen der Falle unbedingt eine Genehmigung durch den zuständigen Jagdpächter und/oder Grundstückseigentümer 11.) Danach heißt es, in der Nähe bleiben und sich komplett ruhig zu verhalten. Der Hund darf bei einer Annäherung in keinster Weise angesprochen oder erschreckt werden… Am besten Sie parken (falls möglich) ihr Auto in der Nähe und beobachten die Falle aus dem geschlossenen Auto heraus.

    12.) Ist der Hund in die Falle gegangen, muss er in der Falle verladen werden und mit der Falle in einen 100% sicheren und geschlossenen Raum gebracht werden. Erst dort sollte die Falle geöffnet und der Hund mit einem Sicherheitsgeschirr versehen und angeleihnt werden.

    Sollte Ihr Hund über Tage hinweg partout nicht in die Falle gehen, dann kontaktieren Sie bitte uns hier oder über Facebook: „Hund entlaufen in Stuttgart und Umgebung“ oder telefonisch unter: 0170-5017383.

    Oder kontaktieren Sie Frank Weißkirchen (professioneller Hundesicherer) und lassen Sie sich von ihm über die dann eventuell sinnvollen, weiteren Maßnahmen beraten. Tel. 0163-6945579 (bitte ggf. auf die Mailbox sprechen!)