Nola

Latest Comments

Es sind keine Kommentare vorhanden.

12.05.2026

Die ängstliche, spanische Mischlingshündin Nola entlief ihren Besitzern am 25.04.2026 im Urlaub in Oberwolfach beim Kaffeetrinken in einem örtlichen Café. Dort fiel plötzlich unvermittelt direkt neben ihr ein Fahrrad um und sie rannte vor lauter Schreck samt ihrer 3m langen Schleppleine, mit der sie an einem Stuhl fixiert war, panisch auf-und davon. Alles Rufen und Suchen durch die Besitzer und deren Freunde half nichts. Sie rannte einfach kopflos über Stock und Stein und ward nicht mehr gesehen.

Nachdem es über Stunden nicht gelang, sie zu lokalisieren bzw. zu sichern, meldete Alex (eine gute Freundin der Besitzerin) sich völlig verzweifelt bei uns.

Wir berieten sie und es wurde sehr schnell klar, dass weder die Hundesicherung Tanja Axmann & Team noch Wo ist mein Hund? noch Hund entlaufen Baden-Württemberg diesen Fall alleine betreuen können wird.

Leider gibt es rund um Oberwolfach auch kein anderes Team, das Hunde sichert.

Eines war uns aber auf jeden Fall sofort klar: Wir konnten Nola und ihre Lieben nicht einfach ihrem Schicksal überlassen.

Deswegen entschieden wir kurzerhand, die Sicherung alle gemeinsam zu übernehmen.

Wir wohnten alle zwischen 50-100 Km (1-2 Stunden Fahrt) weg von dort und so ging das – wenn – dann nur gemeinsam.

Da wir uns inzwischen auch freundschaftlich einander gegenüber sehr verbunden fühlen, war es klar, dass wir uns gegenseitig unterstützen werden, wo wir nur können.

Gesagt – getan.

Leider mussten die Besitzer auch alsbald aus beruflichen und gesundheitlichen Gründen zurück in die Schweiz und zurückbleiben konnte nur Andy (ein Freund der Familie und Partner von Alex) für 3 weitere Tage.

Zunächst tat sich leider absolut gar nichts und Noela blieb von den Wäldern rund um Oberwolfach verschluckt.

Dann kam nachträglich vom Entlauftag eine Sichtung bei den Besitzern an.

Zumindest war damit klar, auf welcher Seite des bewaldeten Berges sie sich aufhielt, was wenigstens ein kleiner Lichtblick war und einen Ansatz bot!

Andy richtete sofort unter unserer Anleitung Futterstellen am letzten Sichtungspunkt ein und wir brachten Kameras nach Oberwolfach, um die Futterstellen zu überwachen.

Glücklicherweise tauchte Noela auch noch am selben Abend an einer dieser Futterstellen auf und fraß dort genüsslich den Napf leer. Daraufhin bestückten wir die Futterstelle erneut und waren nun sehr optimistisch und guter Dinge, dass wir sie alsbald sichern können werden.

Sehr problematisch stellten sich sämtliche Wege in Nola Gebiet dar, weil sie so krass waren, dass man sie eigentlich nur mit 4×4 Geländewagen befahren konnte, über welche wir leider nur teilweise verfügten. Unsere Autos wurden also bis an ihre Leistungsgrenzen und darüber hinaus herausgefordert und wir saßen nicht nur einmal auf.

Wir stellten tags darauf auch unter mehr als widrigen Umständen und im Schweiße unseres Angesichts eine Lebendfalle an ihre angenommene Futterstelle und waren – als das vollbracht war – voller freudiger Erwartungen.

Leider machten wir diese Rechnung allerdings ohne Noela.

Diese glänzte bereits kurz nach der ersten Annahme der Futterstelle durch komplette Abwesenheit und das leider bis zum 01.05.2026. Es gab weder eine Rückkehr noch eine einzige, weitere Sichtung.

Durch die Tatsache, dass sie eine 3m Schleppeleine durch sehr dichte Wälder hinter sich herzog, verfielen wir langsam aber sicher in Panik.

Wir waren uns sicher, dass sie irgendwo festhängen musste.

Deswegen organisierten wir für den Feiertag 3 Suchhunde (von Trail & Find) und gingen mit diesen in den Einsatz, was sich als größte Herausforderung unserer Trailgeschichte darstellte.

Da Oberwolfach im Tal liegt und sich rechts und links hohe Berge auftun, mussten wir teils auf allen Vieren die Berge erklimmen und uns bergab fast abseilen bzw. gegenseitig festhalten.

Die Suchhunde machten einen grandiosen Job und zeigten uns deutlich, dass Nola sich immer noch in dem Sichtungsgebiet befinden musste.

Unsere Vermutungen nach den Trails waren, dass Nola mit ihrer Leine im Bereich der vielen, unwegsamen/ unerreichbaren Rändern der Trails festhing und deshalb nicht mehr zur Futterstelle zurückkehren konnte. Deswegen organisierten wir für den Folgetag einen koordinierten Suchtrupp und einen Drohnenpilot mit Wärmebilddrohne.

Glücklicherweise benötigten wir allerdings beides nicht, da es plötzlich – wie so oft nach einem Suchhundeinsatz – noch am späteren Abend des 01.05. und an den direkt darauffolgenden 2 Tagen wieder Sichtungen von Nola gab und – wie vermutet – am Ende eines Trails (von einem der Suchhunde), wo aufgrund der Topografie, Elektrozäunen und Rindern auf der Weide leider kein Durchkommen war.

Es ging dort auch quasi senkrecht den Abhang herunter.

Der Sichtungspunkt war also nur von der anderen Seite des Berges zu erreichen und sofort wurden an sämtlichen Sichtungspunkten neue Futterstellen eingerichtet und auch die Falle wieder frisch bestückt – wie auch alle Tage zuvor auch.

Zwischendurch waren auch Jaqueline (Besitzerin) und ihr Sohn (Jerome) mehrfach wieder vor Ort, denn Nola war bereits 1 Jahr bei ihnen und hatte Bezug.

Leider kam es zu keinem Blickkontakt und sie schloss sich ihnen auch nicht an.
Vermutlich waren sie einfach nie zur selben Zeit am selben Ort.

Leider dauerte es dann wieder 2 weitere Tage, bis Nola an den neuen Futterstellen anbiss und auch nach insgesamt 9 Tagen wieder an ihrer ersten Futterstelle (wo jetzt die Falle stand) auftauchte.

Als wir sahen, dass sie nicht nur an den neuen Futterstellen auftauchte, sondern endlich auch wieder an der Lebendfalle, bauten wir alle anderen Futterstellen wieder ab, um sie zumindest vor die Falle „zu zwingen“.

Dies funktionierte soweit nun einigermaßen zuverlässig, wobei sie auch hin-und wieder Tage ausließ, an denen sie eventuell wieder kurzfristig mit ihrer Leine irgendwo festhing.

Sie hatte leider bis einen Tag vor ihrer Sicherung weiterhin ihre komplette Schleppleine am Halsband und zog diese unaufhaltsam in dem Dickicht des bewaldeten Berges hinter sich her.

Aber es wäre nicht dieser Fall und diese Hündin, wenn jetzt bereits eine glückliche Kehrtwende erfolgen würde 🙄

Keine 4-Sterne Kochkünste der Welt konnten Madame Nola davon überzeugen, auch nur eine Pfote in die Falle zu setzen – egal, welche Köstlichkeiten wir darboten und welche Dinge wir sonst noch aus unserer Trickkiste zauberten.

Es half alles nichts!

Es musste eine größere Falle der Hundesicherung Tanja Axmann & Team her. Leider stand diese aber gerade noch bei einem anderen Hund und musste deshalb mit dem Besitzer dieses Hundes erst ihren weiten Weg nach Oberwolfach finden.

Dies erledigte Jörg liebenswerterweise mit uns und wir bestückten auch diese Falle mit allem, was das Herz begehrte (angebratenem Speck, Leber, Bratwürstchen, Fleischkäse, Leberwurst sowie frischem Lachs usw.)

Leider haben wir aber auch diese Rechnung ohne Nola gemacht.

Sie kam zwar nun an beide Fallen recht regelmäßig, schnappte sich ein paar Häppchen von der Spur in die Fallen und machte aber darüber hinaus Tagelang keinerlei Anstalten, auch nur 1 Pfote 🐾 in eine der Fallen zu setzen.

Wir dachten lange, dass es vielleicht mit genügend Zeit und Geduld gelingen könnte, sie suksessive immer weiter in die Falle hineinzufüttern, aber ihre Fortschritte blieben leider marginal und die Nerven der Besitzer und uns waren langsam ein wenig überstrapaziert.

Den ein-oder anderen Grund zu lachen, gab es allerdings zwischendurch dennoch, weil Noela sich als Napfdiebin herausstellte und Näpfe – wie Füchse es gerne tun – schnappte und mitnahm. 😂

Ansonsten: Tag ein – Tag aus dasselbe Spiel! 🙄

Einmal um die Fallen herumgetanzt und wieder weg.

Am So. 10.05.2026 hatten wir die Faxen langsam dicke und entschieden uns, zwischen die beiden Fallen auch noch einen unserer Fangzwinger zu stellen, um zu schauen, ob sie sich ihm gegenüber eventuell etwas kooperativer zeigen würde.

Auch hier: Gesagt – getan!

Wir stellten unseren Zwinger auf, bestückten ihn wieder turbomäßig mit allerlei Köstlichkeiten und verharrten den gesamten Abend, die Nacht und die Morgenstunden vor unseren Kameras und dreimal dürft ihr raten, was geschah!

Nichts! Absolut gar nichts!

Die Nerven aller Beteiligten waren wirklich inzwischen mehr als angespannt.

Was ist nur jetzt wieder los?

Hing sie nun abermals fest?

Plötzlich klingelte dann der Bewegungsalarm unserer Kameras und wer tauchte zu einer absolut unüblichen Zeit und mit komplett abgebissener Schleppleine am hellichten Mittag an unserem Fangzwinger auf? Richtig! Noela ❤️🐾

Endlich 💪🏼🐾❤️!

Wir trauten unseren Augen kaum, als sie mutig wie nie zuvor – nach ganz kurzem Vor-und Zurück – tatsächlich den Zwinger betrat.

Da zu diesem Zeitpunkt allerdings niemand von uns vor Ort war, da wir überhaupt nicht damit rechneten, dass sie zu diesem Zeitpunkt auftauchen würde und alle arbeiteten, stellten wir im letzten Moment den Zwinger aus der Ferne unscharf.

Das Risiko, dass sie sich unter den Zwingerelementen durchbuddelt, wenn sie 1 Stunde oder länger alleine im Zwinger warten müsste, war uns in dem Moment einfach zu hoch.

Wir saßen aber alle an unseren Handys vor den Kameras und beobachteten sie und ihre Reaktion auf den Zwinger:

Nola fraß zunächst die Häppchen aus dem ersten Napf vor der Falle, dann aus dem zweiten Napf in der Mitte des Zwingers. Als letztes nahm sie sich dann auch noch den letzten Napf hinter der Lichtschranke vor und wir trauten unseren Augen kaum. Anstatt auch diesen Napf – wie die anderen beiden leer zu fressen, schnappte sie sich auch diesen Napf und rannte wieder mit ihm auf-und davon 😂🫣

Wir haben bis heute keine Ahnung, wohin sie auch diesen verschleppte 😂. Es muss auf jeden Fall inzwischen im Wald ein Lager mit 2 Näpfen geben 🙄

Wir entschieden daraufhin, dass wir den Zwinger noch am selben Tag und so schnell als irgendwie möglich, wieder frisch und unwiderstehlich bestücken würden und auch, dass auf jeden Fall jemand von uns über Nacht vor Ort bleiben müsse.

Der Plan wurde auch genau so umgesetzt. Wir brieten mit unserem Kocher direkt vor dem Zwinger allerlei Leckereien an und bestückten ihn erneut vom Allerfeinsten.

Dann hieß es abwarten und ein Bierchen trinken.

Leider fing es dann an wie aus Kübeln zu gießen und das hielt die komplett Nacht an und so herrschte erst einmal Ruhe.

Auch Nola hatte ja am Nachmittag bereits großen Erfolg und war vermutlich deshalb auch erst einmal satt und auch das elende Wetter hielt sie wohl von abendlichen und nächtlichen Streifzügen ab.

Die Stunden vergingen und die Anspannung stieg ins Unermessliche!

Um 5:20 Uhr ging dann plötzlich der Alarm der Kameras am Zwinger los und das Schauspiel begann!

Jetzt waren wir plötzlich und schlagartig wieder hellwach, vorbereitet und vor Ort und so konnte nichts mehr schiefgehen.

Schon während der ersten Bewegungen schwangen wir uns ins Auto und fuhren los Richtung Berg.

Und nach kurzem Vor-und Zurück dann:

BÄÄÄÄÄÄÄHMMMM! ☺️💪🏼

Nola durchbrach die Lichtschranke vor dem letzten Napf und die Zwingertüre fiel ins Schloss und der Spuk um unsere schlaue Delinquentin hatte endlich ein glückliches Ende genommen.

Nola fing – erwartungsgemäß – tatsächlich an, zu buddeln und zu toben, als sie merkte, dass sie in der Falle saß, aber dadurch, dass wir 3 Minuten später am Zwinger und bei ihr waren, beruhigte sie so sehr, dass sie sofort neben uns Platz nahm und sich sogar streicheln ließ.

Sie war jetzt sichtlich erleichtert, dass ihr Martyrium endlich ein Ende fand.

Wir holten sie dann zu Dritt mithilfe einer Transportbox sicher aus dem Zwinger und fuhren mit ihr ins Dorf nach unten und warteten dort mit ihr auf ihre Besitzerin (Jaqueline), die sich sofort aus der Schweiz auf den Weg zu uns machte, um Noela abzuholen.

Das Glück – einander wiederzusehen – war auf beiden Seiten riesig.

Endlich war unser gemeinsames Sorgenkind safe und in trockenen Tüchern!

Ende gut – alles gut!

Wir bedanken uns von ganzem Herzen bei Jaqueline und ihrer Familie sowie ihren Freunden Alex und Andy für das Vertrauen und das Engagement hinsichtlich der Sicherung von Nola.

Ein besonderer Dank geht an Jana, die Teil unseres Sicherungsteam war und mit ihrem Wohnmobil einige nächtelang vor Ort ausharrte für den Fall aller Fälle und die ganze Zeit über an unserer Seite stand.

Herzlichen Dank auch an dich, lieber Benny für deine Mithilfe und die Bereitschaft, uns nachts ggf. mit Nola zu helfen.

Dankeschön, liebe Brigitte von Trail & Find für deinen Suchhundeinsatz an unserer Seite und absolut widrigen Umständen.

Des Weiteren ein herzliches Dankeschön an Sandra (Betreiberin des Cafés, wo Nola entlief) für die mega Unterstützung vor Ort beim Flyerhelfer finden und Kontakte herstellen.

Dankeschön an die Betreiber und das Personal des Hotels „Drei Könige“ in Oberwolfach fürs Mitfiebern und für die Hilfe.

Lieben Dank auch der gesamten Familie Feger, die uns erlaubten, auf ihrem Gelände aktiv zu werden und uns auch mit Rat und Tat zur Verfügung standen.

Dankeschön an Patrick (Drohnenflieger) für die Organisation einer Wärmebilddrohne für uns.

Dankeschön an alle Flyerhelfer, Teiler der Suchmeldung und an alle, die bereit gewesen wären, sich an einem Suchtrupp für Nola zu beteiligen.

Ihr seid alle Teil dieses Erfolgs!

Wir „Wo ist mein Hund?“, „Hundesicherung Tanja Axmann & Team“ und „Hund entlaufen Baden-Württemberg“ machen 3 Kreuze und sind super happy, dass die hübsche Nola nun wieder zu Hause in ihrem Körbchen liegt und ist, wo sie hingehört.

Es war eine mega Zusammenarbeit!!!!

TAGS

Comments are closed