24.06.2025
Der kleine Chihuahua Gismo entlief am 29.05.2025 unter unglücklichen Umständen aus seinem Fahrradanhänger auf dem Heimweg, sodass der genaue Entlaufort zunächst leider nicht eindeutig bestimmbar war. Als wir am Abend des 30.05.2025 kontaktiert wurden und erfuhren, dass Gismo zu diesem Zeitpunkt erst seit wenigen Monaten in Deutschland und zudem sehr ängstlich war, entschieden wir uns, diesen Fall zu betreuen.
Direkt am nächsten Morgen druckten wir Flyer und begannen, diese großflächig aufzuhängen. Gleichzeitig wurden strategische Futterstellen entlang des Fahrradwegs sowie Zuhause eingerichtet. Gespannt warteten wir auf Sichtungen oder, ob er eine der Futterstellen finden würde – aber zunächst blieb alles ruhig.
Am 01.06. erreichte uns dann ein erlösender Anruf: Wir erhielten eine genaue Sichtungsmeldung. Zügig richteten wir an diesem Sichtungspunkt eine Futterstelle ein und zogen weitläufige Spuren. Da es den ganzen Tag über ruhig blieb, entschieden wir uns gegen Abend dazu, drei zusätzliche strategische Futterstellen in diesem Waldgebiet einzurichten. Nach einem langen Tag hofften wir, dass Gismo den Geruch in die Nase bekommen und eine unserer Futterstellen annehmen würde.
Doch weit gefehlt! Am 02.06. erreichte uns stattdessen ein alarmierender Anruf: Gismo wurde sitzend auf dem Seitenstreifen der Bundesstraße gesehen. Er schien also an all unseren Futterstellen schnurstracks vorbeigelaufen zu sein! Aber es half alles nichts: Wieder machten wir uns auf den Weg, um in der Nähe des Sichtungspunktes eine Futterstelle einzurichten. Dort angekommen bekamen auch wir Gismo zu Gesicht: Er zeigte sich kurz interessiert, entschloss sich dann aber, im angrenzenden Waldareal zu verschwinden. Also platzierten wir auch dort Futter und zogen weitläufige Duftspuren. Dann hieß es erneut abwarten …
Obwohl wir wiederkehrend Sichtungsmeldungen direkt an dieser Stelle erhielten, ließ Gismo all unsere Futterstellen konsequent links liegen. Wieder verging eine Nacht ohne eine erlösende Nachricht – und unsere Enttäuschung hätte nicht größer sein können! Gerade aufgrund seiner Körpergröße und seiner Affinität zur Bundesstraße machten wir uns immense Sorgen! Und wir stellten uns zunehmend die Frage: Wieso nahm er keine unserer Futterstellen an?
Aber es kam noch schlimmer: Es vergingen fünf Tage ohne ein einziges Lebenszeichen. Wir erhielten alle Futterstellen aufrecht und hingen noch einmal zusätzliche Flyer auf. Gleichzeitig entschieden wir uns am 06.06. dazu, zusätzlich Franziska Rausch mit ihren beiden Hunden Lotta und Einstein hinzuzuziehen. Leider ließ aber auch der Trail nichts Gutes vermuten, da er an den Bahngleisen endete… Unsere Verzweiflung hätte nicht größer sein können!
Und gerade, als wir uns immer mehr mit dem Gedanken beschäftigten, dass Gismo es vielleicht nicht geschafft haben könnte, erreichte uns am 07.06. eine Sichtung – wieder aus dem vorherigen Waldareal. Wir trauten unseren Ohren kaum, doch die Sichterin war sich ganz sicher, Gismo gesehen zu haben. Also alles auf Anfang: Erneut richteten wir eine Futterstelle am Sichtungspunkt sowie eine weitere strategische ein. Der kleine Kerl stellte uns vor ein Rätsel: Wie schaffte er es bei dieser Hitze, so unabhängig und ungesehen in diesem Wald zu überleben?
Ab diesem Tag galt unsere volle Konzentration wieder diesem Gebiet. Doch, Gismo zeigte sich an keiner der Futterstellen. Stattdessen wurde es wieder ganze ZWEI Wochen ruhig um ihn! Wir bestückten die Futterstellen täglich frisch, zogen immer wieder neue Duftspuren – aber Gismo schien wie vom Erdboden verschluckt.
Am Abend des 21.06. erreichte uns dann der alles entscheidende Anruf: Gismo wurde abermals auf einem der Waldwege gesehen. Insgesamt drei Sichtungen erreichten uns dicht hintereinander. Also stellten wir sofort Futter auf und dufteten die Stelle gut ein. Und nach einer ruhigen Nacht wendete sich am Nachmittag des 22.06. dann endlich das Blatt:
Eine der Livekameras meldete einen fressenden Hund. Das war soweit nichts Neues, da unsere Futterstellen täglich von Gassigängern geleert wurden. Aber beim genauen Hinsehen machte unser Herz einen Freudentanz: Es war Gismo. Der kleine Kerl hatte nach 24 Tagen eine unserer Futterstelle angenommen!
Da er sich an dieser Stelle sehr lange aufzuhalten schien, entschlossen wir uns, direkt die Falle zu stellen. Nachdem wir eine Genehmigung hierfür eingeholt hatten, stellten wir diese umgehend auf und bestückten sie mit zahlreichen Leckereien. Dann fuhren wir voller Hoffnung nach Hause…
In der darauffolgenden Nacht blieb zunächst alles ruhig. Aber am nächsten Morgen pünktlich um 9 sahen wir Gismo auf dem Weg zur Falle. Und dann ging alles ganz schnell: Vorsichtig schnappte er sich zunächst einige Happen am Falleneingang. Dann ging er zielstrebig auf den hinteren Napf zu… Um 9.12 Uhr meldete der Fallenmelder die erlösende Nachricht: FANG! Unsere Freude war riesengroß!
Überglücklich fuhren wir direkt zur Falle und transportierten Gismo samt Lebendfalle auf ein gesichertes Grundstück, um ihn dort sicher ausladen und sichern zu können. Gismos Besitzerin ist nun mit einem richtig sitzenden Sicherheitsgeschirr sowie einem Bauchgurt für eine glückliche Zukunft ausgestattet!
Ende gut – alles gut.
Wir möchten zunächst Gismos Besitzerin für ihr Vertrauen und ihren Einsatz danken!
Des Weiteren danken wir Tamara, Jasmin, Hannah, Julia, Ramona, Chris, Michele und Carolin für ihr unermüdliches Engagement.
Wir danken auch Franziska und ihren Hunden für die flexible Unterstützung vor Ort.
Ein großes Dankeschön gilt außerdem der kooperativen Jägerschaft, dem Polizeirevier Bruchsal, der dort stationierten Bundeswehr sowie unseren fleißigen Flyerhelfern.
Ihr alle seid Teil dieses Erfolgs!
Euer HEBW-Team
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