Wendy

11.03.18

UPDATE: Der Jäger hat wohl nochmals mit Marc telefoniert und sich für sein Verhalten entschuldigt. Das haben wir gerade eben erfahren. Also: Alles gut!!
Wendy ist am 09.03.18 aus unerklärlichen Gründen in Affalterbach entlaufen und damit begann leider für Marc (Besitzer) und seine Hündin eine echte Odyssee!

Wendy rannte zunächst über den Bahnhof in Freiberg a.N. zum Schloss Monrepos, von dort aus zielstrebig Richtung Autobahn, dann an ihr entlang nach Bietigheim und Besigheim und von dort Richtung Löchgau und das Ganze kontinuierlich über große Straßen, vor Autos, durch Kreisverkehre usw.

Leider war sie dadurch so dermaßen verstört, dass sie auch auf ihren Besitzer und andere Bezugspersonen sowie Bezugshunde bei Sichtungen nicht mehr reagierte.

Ihr Besitzer tat alles nur in seiner Macht Stehende, um sie zu sichern und setzte alles, was wir mit ihm besprachen sofort perfekt um, sodass es ihm schlussendlich gelang sie in der Nähe eines Bauernhofs auf dem Löchgauer Feld anzufüttern

Wendy war zu diesem Zeitpunkt körperlich fix-und fertig und lief nur noch von Schlafplatz zu Schlafplatz, um sich auszuruhen.

Das war der Zeitpunkt, wo wir gemeinsam mit Marc (Besitzer) beschlossen, unsere Lebendfalle dorthin zu bringen und auch sofort scharfzustellen, weil Wendy und ihr Laufverhalten uns und vor allem Marc schlaflose Nächte und große Sorgen bescherten.

Gesagt-getan.

Leider mussten wir dann vor Ort (Löchgauer Feld) zusehen, wie ein Jäger mit seinem Geländewagen Wendy über das gesamte Feld jagte. Sie rannte im gestreckten Galopp und völlig in Panik versetzt vor seinem Auto her und wir dachten schon, dass nun alles vorbei sei.

Auf Ansprache sagte er nur, dass wir den Hund sofort anleinen sollen, weil in dem Gebiet Leinenpflicht herrsche. Für Argumente, mit denen wir ihm die brenzlige Situation schildern wollten, zeigte er sich wenig offen und verwies nur auf seine Waffe, die er bei sich trug und gab zu verstehen, dass wir ihm den Buckel runterrutschen sollten und dass er ggf. von seiner Waffe Gebrauch machen würde.

In einem zweiten, späteren und freundlicheren Gespräch mit ihm gab er uns wenigstens 24 Stunden Zeit, Wendy zu sichern. Puhhh…

Kekz, Marc, sein Kumpel Tom und ich bestückten mit einem etwas mulmigem Gefühl die Falle mit einem 5* Menü, stellten sie, die Cam und den Fallenmelder scharf und fuhren nach Hause, natürlich nicht ohne vor Ort jemanden zu haben (Tausend Dank an Alex), der innerhalb von 5 Minuten an der Falle sein konnte, weil er direkt dort wohnt und uns seine Hilfe angeboten hatte.

Um 20:21 klingelte dann der Fallenmelder und um 20:27 hatten wir dann endlich die Gewissheit: Wendy saß völlig entspannt in der Falle!

Uns und vor allem Marc fielen Hinkelsteine vom Herzen und wir (Michael, Julia, Kekz, Jenny, Nicole und Marc) fuhren sofort los, um Wendy sicher aus der Falle zu holen.

Alex sicherte unterdessen die Falle so, dass nichts mehr verrutschen konnte. Allerdings machte Wendy ohnehin keinerlei Anstalten, zu randalieren, sondern ergab sich entspannt ihrem Schicksal.

Wir trugen die Falle in den Tierheimtransporter, schlossen die Türen und holten Wendy erst dann sicher aus der Falle und Marc verlud sie in sein Auto!

Die Kleine weicht Marc seitdem nicht mehr von der Seite. Wirklich verrückt und es ist allen Beteiligten bis heute unbegreiflich, was sie eigentlich „geritten“ hat.

Tausend Dank an Marc, der wirklich ALLES tat, um Wendy zu sichern und vermutlich von Freitag bis Sonntag kein Auge zugetan hat!!

Lieben Dank an meine Kolleginnen Kekz und Nici, meinen Verlobten Micha und seine Tochter Julia für ihren Einsatz vor Ort!

Danke an mein gesamtes Team für die kontinuierliche Rückendeckung!

Einen ganz besonderen Dank auch an Ursel Gericke für die Anteilnahme, den Support und die perfekte und prompte Weitergabe von Sichtungen.

Und zu guter Letzt ein fettes Dankeschön an die Familie Joos für die Genehmigung zum Aufstellen unserer Falle auf ihrem Hof!

Lieben Dank auch allen Sichtern, vor allem Tanja Standop und allen, die beim Flyern und teilen der Suchmeldung geholfen haben!

Alle für eine!

I.A. Nadja Jurk mit dem gesamten Team von „Hund entlaufen Baden-Württemberg“